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Die GJ SHG im Gespräch mit Claus Eppmann

Geschrieben von Bela Mittelstädt. Veröffentlicht in News

Die Schaumburger Nachrichten haben unser Gespräch mit Claus Eppmann in ihre Berichterstattung aufgenmmen:

http://www.sn-online.de/Schaumburg/Landkreis/Aus-dem-Landkreis/Gegen-Klinik-Standort

 

Auch das Schaumburger Wochenblatt widmet uns einen großen Artikel auf Seite 2 in ihrer Ausgabe von Samstag dem 13.7.13

Zu sehen unter "Wir in der Presse"

 

 

OIrginale Pressemitteilung:

 

Patienten als Wirtschaftsfaktoren

 

Das Krankenhausprojekt in Schaumburg beschäftigt auch die Grüne Jugend Schaumburg.

Die hiesige Jugend hat mit zwei Vertretern den Geschäftsführer dieses Projektes, Claus Eppmann, besucht. Bei einem Treffen haben die Jugendlichen Fragen gestellt und von Herrn Eppmann Antworten erhalten.

Der Sprecher der Grünen Jugend Schaumburg, Ahmed Agdas, bewertet das Gespräch wie folgt: "Ich bin Herrn Eppmann sehr dankbar, dass er sich für uns Zeit genommen hat.“  Claus Eppman nahm sich über 2 Stunden für die beiden interessierten Jugendlichen Zeit.

Bela Mittelstädt der neben Agdas an dem Gespräch beteiligt war, fasst die Erkenntnisse so zusammen: „Vieles was mir bis jetzt unklar war, konnte Herr Eppmann uns erklären. Doch unsere Zweifel an dem in dieser Form geplanten Bauvorhaben bleiben. Einig sind Herr Eppmann und  wir in der Frage einer Steigerung der Effizienz des Schaumburger Gesundheitssystems durch ein Gesamtklinikum. In dieser Form habe ich aber meine Zweifel, dass  das Klinikum auch nachhaltig wirtschaften kann. Nachhaltigkeit  bedeutet für mich über Jahrzehnte hinaus denken zu müssen.“

Agdas, der selbst auch die Bürgerinitiative Landschaftsschutz e.V. besucht hat, findet die Standortfrage kritisch. "Das Krankenhaus wird süd-westlich von Schaumburg errichtet werden. Die Begründung dafür liegt darin, dass 63% der Einwohner im westlichen Bereich wohnen. Allerdings von den c.a. 20.000 behandelten Patienten fahren ohnehin heute bereits 9.000 Menschen nach Minden oder Bad Oeynhausen. Wir finden vor dem Hintergrund, dass Bad Nenndorf und Haste eine Wachstumsregion ist, das Krankenhaus weiter nördlich-östlich zu errichten. Eine zentrale Lage wäre ein näherer Umkreis um Stadthagen herum. Das Argument, die neu zugezogenen Einwohner in Bad Nenndorf und Haste sei kein Anlass, dies in Betracht zu ziehen, weil es junge Menschen sind und nicht so oft krank werden, ist schlichtweg nicht durchdacht. Diese jungen Menschen werden auch irgendwann älter werden, dann sind diese angewiesen auf die Krankenhäuser in Hannover. Genau meine Befürchtung geht in Erfüllung: Das neue Krankenhaus wird versuchen, die Ökonomie in den Mittelpunkt zu stellen und nicht den Menschen. Im Gesundheitssektor sollte im 21. Jahrhundert der Mensch im Mittelpunkt stehen und das kann auch etwas kosten. Ich finde eine zentrale Lage für das Krankenhaus für alle beteiligten fair und langfristig Erfolg versprechend. Ein anderer Aspekt ist, was uns zu Bedenken gibt, sind die verlorenen Arbeitsplätze. Von den c.a. 800 Vollzeitstellen werden c.a. 700 übernommen werden. Und es ist nicht auszuschließen, dass die 700 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer auch noch für schlechtere Bedingungen arbeiten müssen. Da sie einen neuen Arbeitgeber bekommen werden, werden sie neue Verträge bekommen. Für die gleiche Arbeit wird voraussichtlich weniger bezahlt und schlechtere Arbeitsbedingungen angeboten werden. Die Politik dürfte hier die Forderungen stellen, dies wurde nicht geregelt und versäumt. Jeder Imbissbuden-Verkäufer stellt es als Bedingung, dass seine Mitarbeiter alle vom neuen Betreiber übernommen und für eine Mindestlaufzeit beschäftigt werden. Bei so einem großen Projekt, welches uns alle betrifft, ist vieles zu schnell und unüberlegt über die Bühne gelaufen." Agdas kündigt an, die Standortfrage weiterhin zu verfolgen. Außerdem interessiert er sich für die Tarife der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, dafür wird er zu Gesprächen einladen und, mit seinen Worten, "versuchen zu retten, was noch zu retten ist".